Die Fotografie, ein Stück von mir.
Wenn ich darüber nach denke, wann ich das erstemal mit der Fotografie in Berührung gekommen bin, dann muss ich sehr weit zurückgreifen. Wohl im Alter von ca. 12 Jahren zeigte mir mein Vater seine Agfa Silette, die in einer dazugehörigen festen Ledertasche gut behütet steckte. Fasziniert war ich damals von dem mechanisch ablaufenden Selbstauslöser. Dieses Geräusch und die dann folgende Auslösung der Kamera waren für mich wohl eine Art Initialzündung mich mit technischen Dingen zu beschäftigen. Passend zur Silette gab es einen Aufsteckblitz, der mit einzelnen Blitzbirnen über einen Adapter bestück wurde. Die Spannungsversorgung erfolgte über eine 22,5 Volt Batterie. Ich hatte damals viel Spass mit dieser Kamera und steckte einiges von meinem Taschengeld in Filmentwicklung und Blitzbirnchen. Na Ja, dann kam die Zeit, in der Jungs eben nicht mehr nur mit der Eisenbahn und mit Fotoapparaten spielen und so schlief mein Interesse an der Fotografie zunächst ein.
Mit erscheinen der Canon AE1 Programm holte mich aber die Leidenschaft wieder ein. Diesmal gleich mit einer SLR und einigem an Zubehör. So wurde ein externer Blitz angeschafft und das 35-70mm Objektiv wurde durch eine 70-200mm Brennweite ergänzt. Im Kopf hatte ich sehr genaue Vorstellungen, was ich wie abbilden möchte. Das Zusammenspiel von Blendenöffnung, Schärfentiefe, Brennweite, Belichtungszeiten usw. waren mir, zumindest vom Verständnis her, bewusst. Und mit dieser Kamera hatte Canon ja auch einen erstklassigen Grundstein zu tollen Bildern gelegt. Aus dieser Zeit stammen einige, aus meiner Sicht tolle Ergebnisse.
Durch eine Augenerkrankung kam es aber leider in der Folge zu Problemen mit der manuellen Scharfstellung. Alles dauerte zu lange und die Ergebnisse waren qualitativ nicht mehr so, wie ich sie mir vorstellte.
Da die Technik aber nicht stehen bleibt, kaufte ich mir irgendwann die Yashica 230 AF. Eine der ersten SLR mit Autofocus und damals Testsieger. Die bisher geliebte Canon AE1 Programm wurde mit dem gesamten Equipment verkauft und musste die neue Technik mitfinanzieren. Jetzt war auch ich wieder in der Lage Schnappschüsse anzufertigen. Mittlerweile zweifacher Familienvater, hatte ich jetzt wieder das Handwerkszeug, den Nachwuchs gebührend für die Nachwelt abzulichten. Diese Phase dauerte bis etwa Ende der Achtziger Jahre. Dann kamen Videokameras in Mode und meine Yashica 230 AF produzierte hässliche Kratzer auf dem Negativfilm. Nach einem elektronischen Defekt verschwand die Kamera im Schrank und damit auch mal wieder das Interesse an der Fotografie.
Meine Erfolge als Videofilmer sind vergleichbar mit Millionen anderen. Viel zu schnelle Schwenks, stundenlang das gleiche Thema und die Tonqualität war auch nicht berauschend. Trotzdem möchte ich die erstellten Videoaufnahmen nicht missen. Zeigen sie uns heute doch die Entwicklung unserer Kinder und geben uns einen lebendigen Rückblick auf vergangene Tage mit Eltern, Großeltern und Urgroßeltern.
Das Thema Fotografie hat mich irgendwie nie verlassen und besonders die digitale Entwicklung zeigte mir mit dem erscheinen der kompakten Canon Powershot A40 wo der Trend hingeht. Diese Kamera mit nur 2 Megapixel Bildgröße war ebenfalls Testsieger hinsichtlich der Bildqualität und das in der Klasse bis 3 Megapixel !
Also wieder einmal im Jahr 2002 viel Geld in eine neue Technik investiert. Und ich bin nicht enttäuscht worden. Ausgestattet mit einem optischen 3x Zoom, hatte ich sehr viel Freude an dieser Kamera. Auch hier war es wieder der Autofocus, der mir das Fotografieren erheblich erleichterte.
Da die Technik aber nicht stehen bleibt und die kleine Canon trotz sehr guter Abbildungsleistungen meine Ansprüche hinsichtlich der Kreativität natürlich nicht erfüllen konnte, stand 2006 die nächste Anschaffung in´s Haus. Eine Panasonic Lumix FZ30, eine sogenannte Bridge-Kamera. Aussehen, Handling und Funktionen wie eine DSLR, aber mit nicht wechselbarem Objektiv. Wahnsinn was hier geleistet wurde, speziell im Objektivbereich. Eine Brennweite von 35 - 420 mm im vergleichbaren Kleinbildformat war zu dieser Zeit sensationell und selbstverständlich war auch diese Kamera damals ein Testsieger. Eine rundum tolle Kamera, mit der ich unglaublich viele Fotos in toller Qualität geschossen habe. Jetzt darf sie mein lieber Schwager weiterbenutzen. Denn ich habe mir 2009 kurz nach erscheinen eine Canon 500D gekauft und bin zumindest Kameratechnisch dort angekommen, wo ich im Unterbewussten schon immer hin wollte. Absolute Flexibilität im Handling, toller Autofocus und eine Stabilisierung in den Canon-Objektiven, die vom feinsten ist.
Fehlt nur noch der Blick für die Situation, für das wesentliche und für kreative Ideen.
Aber daran arbeite ich. |